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Öko Design

Effizientere E-Motoren EU-weit vorgeschrieben!

Mit der Öko-Design Richtlinie wurden die Weichen für die gesetzliche Verankerung von effizienten, nachhaltigen und ressourcenschonenden Geräten innerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes gestellt. Was bedeutet das für Maschinenbauer und Betreiber?

Stetig steigender Rohstoff- und Energiebedarf sowie die daraus resultierenden Folgen auf Gesellschaft und Umwelt veranlasste die EU-Kommission zur Veröffentlichung der „Öko-Design“ - Rahmenrichtlinie.

In der ersten Veröffentlichung 2005 zielte diese Richtlinie noch alleinig auf die Effizienzsteigerung aller „energiebetriebenen Produkte“ (Fernseher, Beleuchtung, Heizungen, etc.) ab.

Im Jahr 2009 wurde dieser Umfang auf „energieverbrauchsrelevante Produkte“ ausgedehnt und behandelt somit außerdem noch Produkte, welche den Energieverbrauch beeinflussen.

Fenster, Türen, Isoliermatten und andere Dämmstoffe sowie Wasserhähne oder auch Reinigungsmittel werden somit in Zukunft auch von gesonderten Verordnungen betrachtet und sollen so  das Thema Öko-Design ganzheitlich ergänzen.

 

 

Der Startknopf wurde gedrückt:

Elektromotoren die ab 16.6.2011 produziert oder importiert werden, müssen der  Verordnung 640/2009/EG entsprechen!

Öko-Design für so viele verschiedene Produkte?

Durch „Vorbereitungsstudien“ werden Produkte auf ihr Handelsvolumen sowie Umweltauswirkungen untersucht. Es wird dabei berücksichtigt, ob es bei den Produkten Verbesserungspotential gibt, ohne übermäßig hohe Kosten aufzuwenden. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet.

Nicht alle Studien ergeben, dass es sinnvoll ist Maßnahmen zu erarbeiten – wird es doch als sinnvoll erachtet, werden auf Basis dieser Studien von der EU-Kommission „Durchführungsmaßnahmen“ für diese einzelnen Produkte festgelegt (Einzelrichtlinien).

Öko-Design für Elektromotoren

Die Verordnung 640/2009/EG regelt die Anforderungen im Bezug auf die umweltgerechte Gestaltung von Elektromotoren. Geschätzte 70 % des Stromverbrauches der Industrie entfallen auf Antriebssysteme, in denen Motoren zum Einsatz kommen. Nach Schätzungen der EU-Kommission, kann die Effizienz dabei um 20 bis 30 % gesteigert werden.

Welche Produkte werden erfasst?

  • eintourige Dreiphasen-50-Hz oder 50/60-Hz- Käfigläufer Induktionsmotoren    
  • 2-, 4- oder 6-polig
  • Nennspannung bis 1000 V
  • Leistungsbereich 0,75 kW bis 375 kW
  • Auslegung für Dauerbetrieb

Zu beachten ist, dass Motoren auch dann in den Geltungsbereich der Verordnung fallen, wenn sie in andere Produkte (z.B. Maschinen, Anlagen) eingebaut sind.

 


 

Das „CE“ für die Umwelt –

nicht für die Glühbirnen!

 

 

Was bedeutet das für den Maschinenbau?

Zusammenfassend:

  •  Motoren müssen einer bestimmten Energieeffizienzklasse (IE 2 ab 16.6. für Motore von 0,75 kW bis 375 kW) entsprechen

(Die genauen Mindesteffizienzen sind im Anhang I der genannten Richtlinie aufgelistet.)

  • die Produktinformation wird umfangreicher (technische Unterlagen, Leistungsschild)

Die Übereinstimmung der Elektromotoren mit den Anforderungen der Öko-Design-Richtlinie wird mit dem „CE-Zeichen“ bestätigt – das wird vor allem für Maschinen- und Anlagenbauer im Bereich des „technischen Einkaufs“ und der Vertragsgestaltung relevant werden.

 

Im Auge behalten

Weitere Durchführungsmaßnahmen sind EU-weit bereits in Planung. So gibt es aktuell schon eine Verordnung für Nassläufer-Umlaufpumpen und in Planung sind Maßnahmen für Werkzeugmaschinen, Industrieöfen, Transformatoren, Heizeinrichtungen, etc. – die nächste Zukunft dahingehend muss beobachtet werden, damit Ihr Produkt nicht plötzlich ungesetzlich wird – gewissermaßen wie die Glühbirnen!

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